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Buchtipps

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Film: Vergiss mein nicht

David zieht wieder zu Hause ein und übernimmt für einige Wochen die Pflege seiner demenzerkrankten Mutter Gretel, um seinen Vater Malte zu entlasten, der sich seit seiner Pension vor fünf Jahren um seine Frau kümmert. Während Malte in der Schweiz für ein paar Wochen neue Kraft tankt, versucht sich David als Pfleger seiner Mutter. Mit dem Einverständnis der Familie dokumentiert er seine Zeit mit Gretel: David ist plötzlich Sohn, Betreuer und Dokumentarfilmer in einer Person. Seine Gegenwart und die Anwesenheit des Filmteams wirken erfrischend auf die Mutter, die endlich wieder Eigeninitiative entwickelt und neue Lebensfreude zeigt.

David gelingt es, mit seiner verwirrten Mutter wunderbar lichte Momente zu erleben. Sie verliert ihr Gedächtnis, ihren Sinn fürs Sprechen, aber sie gewinnt etwas anderes: eine entwaffnende Ehrlichkeit und Unschuld, gepaart mit überraschendem Wortwitz und weiser Poesie.

Als David zusammen mit Gretel in die Schweiz fährt, um Malte aus seinen Ferien abzuholen, gewinnen seine Recherchen an Brisanz. Hier lebten seine Eltern in den 70er Jahren.

David Sieveking (DAVID WANTS TO FLY) entdeckt durch die Gedächtnisstörung seiner Mutter Gretel den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit, zur Geschichte ihrer Ehe und zu den Wurzeln der gemeinsamen Familie. Liebevoll und mit zärtlicher Distanz dokumentiert er ihren geistigen und körperlichen Abbau und seine Versuche, ihr das Leben zu erleichtern. Mit viel Sinn für kleine Gesten und für den Zauber des Augenblicks, schafft er ein feinfühlig heiteres Familienporträt: die würdevolle, niemals rührselige Reise durch ein Menschenleben, an dessen Ende ein Anfang, in dem die Familie neu zueinander findet.

Der Film wurde beim 65. Festival del Film Locarno 2012 in der Reihe Semaine de la Critique uraufgeführt, wo er den Hauptpreis gewann. Ebenfalls gewann er den Hessischen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm 2012.

Buch: Vergiss mein nicht: Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und ich meine Eltern neu kennenlernte

Eine Geschichte, die keinen unberührt lässt: Die Mutter hat Alzheimer. Der Sohn, ein bekannter Filmemacher, zieht wieder zu Hause ein, um für sie da zu sein und beschließt, seine Erfahrungen zu dokumentieren. Es gelingt ihm, mit ihr wunderbar lichte Momente zu erleben. Durch die Krise der Mutter gerät die Familie ins Wanken. Aber sie findet sich unter der Belastung neu. Eine Liebeserklärung an eine beeindruckende Familie. Und eine herzzerreißend realistische Darstellung einer Krankheit, vor der wir die Augen nicht verschließen dürfen.

  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: Verlag Herder; Auflage: 1 (8. Januar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451325748

Demenz: Die Perspektive des Kranken

Ein 58-jähriger Akademiker verliert innerhalb von drei Jahren die meisten seiner sozialen Rollen. Definierte er sich bisher als erfolgreicher Unternehmer, entscheidungsfreudiges Familienoberhaupt und guter Sportsmann, ist ihm jetzt durch eine präsenile Demenz vom Alzheimer-Typ davon nichts übrig geblieben. Wie soll dieser Mann seinen Selbstwert aufrechterhalten, auf welche Säulen seine neue Identität bauen? Wie können Ärzte und Angehörige mit ihm umgehen, wie seine neue Welt begreifen und zugleich professionell sein, auch jenseits von Leitlinien? Viele fragen sich, was eine frühzeitige Diagnose bringt, wenn doch keine Therapie bereitsteht, was man machen soll, wo doch die meisten Antidementiva nicht kausal wirken.
Die Autoren um die Forschungsgruppe Geriatrie der Charité geben mit ihrem ausführlichen Praxishandbuch einen ausgezeichneten Überblick über die medizinischen, psychologischen und sozialen Aspekte der Demenzdiagnostik und die Versorgung von Kranken. Es geht ihnen um ein besseres Leben für alle Beteiligten. Dabei ist ihnen das zentrale Kriterium für ihr Buch die Perspektive des Kranken. Wie nimmt er Defizite wahr, wie bewältigt er Ängste?
Die sorgfältig recherchierten und gut lesbaren Kapitel führen ein in die Erlebniswelt von Demenzpatienten, den Umgang mit ihnen, ihre Aufklärung und die therapeutischen Möglichkeiten in den verschiedenen Stadien. Sie erklären das Schmerzerleben, die Probleme bei fortschreitender Krankheit und nahendem Tod. Eine jedem Kapitel anhängende Auswahl von Literatur vervollständigt das Bild über die aktuelle Studienlage zu präventiven Maßnahmen, Leitlinien, rechtlichen Fragestellungen und relevanten Sozialleistungen. Das informationsreiche Handbuch überzeugt zudem mit einer Vielzahl von Fallbeispielen, die die Schwierigkeiten für medizinisches Personal anschaulich darstellen.
Wie geht man vor bei einer 78-Jährigen, die sich mit Merkfähigkeitsstörungen in der Gedächtnisambulanz vorstellt? Was unterscheidet sie von Herrn B., der Wortfindungsstörungen hat und seit geraumer Zeit eine depressive Störung? Wie sollte man die Demenz beim Morbus Parkinson behandeln, wie eine vaskuläre Variante? Was versteht man unter den klinisch-diagnostischen Konsensuskriterien einer Lewy-Body-Demenz?
Die Verfasser leiten durch dieses riesige Thema, ohne zu überfordern. Konrad Beyreuther spricht begeistert in seinem Vorwort von einem „ersten ganzheitlichen Ansatz zur Frage, was auf die Diagnosestellung folgen sollte“.
Svenja Ludwig

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Mabuse-Verlag; Auflage: 1. Aufl. (21. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863210387

Die magische Welt von Alzheimer: 25 Tipps, die das Leben mit Demenzkranken leichter und erfüllter machen

Wie gelingt es, mit dem Demenzkranken immer wieder aufs Neue eine positive und tragende Verbindung herzustellen? Auf der Grundlage jahrelanger Erfahrungen entschlüsselt der Autor den tieferen Sinn und die Bedeutung, die hinter den oft seltsamen und sinnlos anmutenden Verhaltensweisen demenzkranker Menschen stecken. Jede seiner Deutungen schließt er mit einer Botschaft ab, die das Leben mit Demenzkranken leichter, angenehmer und erfüllter macht.
“Stellen Sie sich vor, sie sind in einem fremden Land, beherrschen die Sprache nicht und verlaufen sich. Stellen Sie sich außerdem vor, dass Sie Menschen treffen, die Ihnen mit einem Lächeln begegnen. Wie würden Sie sich fühlen?”

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: Deutsche Erstausgabe (9. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340785952X

Der alte König in seinem Exil

Was ist wichtig? Was macht unser Leben lebenswert? Arno Geiger erzählt von seinem Vater, dem die Erinnerungen langsam abhandenkommen, dessen Orientierung in der Gegenwart sich auflöst. Offen, liebevoll und heiter beginnt er seinen Vater von neuem kennenzulernen; geht mit ihm durch die Landschaft, in der sie beide ihre Kindheit verbracht haben, hört auf seine nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätze, erzählt von Gegenwart und Vergangenheit des Vaters und der eigenen Kindheit im Dorf.
Ein lichtes, lebendiges, oft auch komisches Buch über ein Leben, das es immer noch zutiefst wert ist gelebt zu werden und das sich vielleicht nur wenig unterscheidet von dem Leben, das wir alle tagtäglich führen.

  • Arno Geiger
  • 192 Seiten
  • Fester Einband
  • ISBN 978-3-446-23634-9

Pflegebedürftig – Was tun?

Ein Ratgeber für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Rechtsstand: 1. Januar 2011 [Broschiert] Wolfgang Müller (Autor), Werner Hesse (Autor), Gerd Wenzel (Autor)

Die Broschüre zeigt mit Bearbeitungsstand März 2011.

Welche Rehabilitationsmöglichkeiten gibt es nach einem Unfall, einem Schlaganfall oder Sturz? Kann man seine Selbstbestimmung und Würde auch bewahren, wenn man auf fremde Hilfe angewiesen ist? Kann ich von meiner Familie erwarten, dass ich ihnen als Pflegebedürftiger zur Last falle? Wie organisiere ich Hilfen im Haushalt, eine Versorgung rund um die Uhr, einen Umzug in Betreutes Wohnen oder in ein Pflegeheim?Die Neuerscheinung stellt die verschiedenen Versorgungsformen – ambulant oder stationär – vor und zeigt dabei auch, welche finanziellen Leistungen die gesetzliche Pflegeversicherung gewährt und wie zusätzlich Unterstützung durch die Sozialhilfe erlangt werden kann.

  • Broschiert: 64 Seiten
  • Verlag: Beck Juristischer Verlag; Auflage: 1. Auflage. (29. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406616038

Leben und sterben, wo ich hingehöre: Dritter Sozialraum und neues Hilfesystem

Das Buch: Will you still need me Will you still feed me When I’m sixty-four Beatles, 1966 Wenn die Beatles diesen Song heute, also vierzig Jahre später, gesungen hätten, würden sie wohl sicher eighty-four als Alter gewählt haben, also das heutige durchschnittliche Heimaufnahmealter.
Diese Erinnerung daran, wie rasant wir in den letzten Jahrzehnten gesellschaftlich gealtert sind, offenbart zugleich auch schon die Absicht meines Buches; denn die Beatles-Frage ist aktuell geblieben: Wird es für mich, wenn ich alt bin, einen Anderen geben, der mich einerseits braucht und der mich andererseits füttert? Dabei stelle ich die Alten, als das nun mal größte Problem, zwar heraus; doch ist die Kernfrage nach „need“ und „feed“ verbindlich nur zu beantworten, wenn ich immer alle Hilfebedürftigen im Auge habe, ob ich nun mit 10 Jahren im Wachkoma bin, mit 20 geistig behindert, mit 30 körperlich behindert, mit 40 hirntraumatisiert, mit 50 chronisch psychisch krank, mit 60 chronisch körperkrank, mit 70 alterspflegebedürftig oder mit 80 dement.
Diese Situation möchte ich mit allen alten und jungen Bürgern diskutieren, auch mit den professionellen im Gesundheits- und Sozialsystem. Jedoch nicht so sehr – wie üblich – aus der Perspektive der Profis, sondern mehr aus der Perspektive der Bürger, sowohl der hilfebedürftigen als auch der helfenden Bürger, also weniger betriebswirtschaftlich, sondern mehr volkswirtschaftlich – eben vom gesamtgesellschaftlichen Hilfebedarf her.

  • Klaus Dörner
  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Paranus Verlag; Auflage: 7., Aufl. (2. Juli 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 392620091X

Demenz und Alzheimer – Mutbuch für pflegende Angehörige und professionell Pflegende altersverwirrter Menschen

Dieses Buch will Angehörigen und professionell Pflegenden Mut machen, sich auf altersverwirrte Menschen trotz aller Schwierigkeiten einzulassen, sie ernst zu nehmen und ihre Würde zu wahren, ohne die eigenen Bedürfnisse außer Acht lassen zu müssen. Angehörige und Pflegende sollen am Abend eines jeden aufreibenden Tages vor sich selbst bestehen können. Und das kann gelingen, wie die Erfahrung der Autorin zeigt. Zudem gibt das Buch wertvolle Tipps für den pfleglichen Umgang mit den Erkrankten und für die Pflegepersonen selbst und verbessert die Kommunikation zwischen professionell Pflegenden und pflegenden Angehörigen.

  • Daniela Flemming
  • Taschenbuch: 147 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: 2 (5. Dezember 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407228945

Ja zum Alten- und Pflegeheim: Wie der Übergang gelingt

Wichtige Hintergrundinformationen wechseln sich in diesem praxis,- und lebensnahen Ratgeber mit Berichten von Betroffenen ab, die schon länger in einem Altersheim oder Stift leben. Hinzu kommen Schilderungen der Angehörigen darüber, wie sie zusammen mit ihren Eltern den Übergang geschafft haben.
Aus dem Inhalt:
• Pflegebedürftig – was nun?
• Pflege zu Hause
• Pflege im Heim
• Was kostet Pflege – der finanzielle Aspekt
• Pflege in einer Alteneinrichtung, Entscheidungshilfen
• Nach der Entscheidung pro Altenheim
• Altenpflegerin – ein verkannter Beruf?
• Schritt für Schritt ins Altenheim
• Die Zeit danach – Licht und Schatten

  • Daniela Flemming, Christine Kreter
  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: Beltz; Auflage: Originalausgabe (18. Februar 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407229062

Im Strudel der Zeit: Von Wende, Mut und Alzheimer

Eine Kollegin berichtet in ihrem Buch „Im Strudel der Zeit“ über ihre Erfahrungen aus der Wendezeit. Sie hat zunächst über viele Jahre als Allgemeinmedizinerin in einer Poliklinik in Dresden gearbeitet. Mit der Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse im Osten Deutschlands hat sie – wie auch viele andere – den Sprung in die Niederlassung gewagt und offenbar hat sie sich dabei gut in das unternehmerische Denken und Handeln als Selbständige hineingefunden. Das ist nichts Außergewöhnliches, wäre da nicht das eigene familiäre Lebensschicksal. Haupthelden in dem Buch sind neben Irene, einer Ärztin, deren Ehemann Paul, ein gestandener Mann mit viel Kraft und Lebenserfahrung, sowie Charlotte, Irenes Mutter.
Paul, mit dem Irene viele gute Jahre hatte, erkrankt schleichend und zunächst unbemerkt an der Alzheimerschen Krankheit. Das Erkennen dieser unheilvollen Diagnose und die Veränderungen eines lieben Menschen, des Ehemanns der Ärztin, werden auf eindrucksvolle Art beschrieben und in erklärender Weise werden viele ungewöhnliche Veränderungen im Leben eines Ehepaares geschildert.
Insgesamt ist die familiäre Situation folgende: pflegebedürftiger Ehemann, alternde Mutter und immense berufliche Belastungen. Jene Situation ist von der Autorin in autobiografischer Darstellung gut und anschaulich beschrieben worden. Das Buch ist bis zur letzten Seite, wenngleich mit fatalem Ausgang, spannend und packend geschrieben. Es ist ein Zeitzeugnis.
Daher kann „Im Strudel der Zeit“ einem großen Leserkreis, insbesondere auch den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, empfohlen werden.
Dr. med. Hans-Joachim Gräfe
Kohren-Sahlis

  • Christine Lehmann
  • Broschiert: 240 Seiten
  • Frieling & Huffmann; Auflage: 1., Auflage (2. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382802985X